Aug 182017
 

Das deutsche Team: vorn, v.l.n.r.: Moni Braatz, Tim Dahlheimer, Tobias Schwartz, Sebastian Fleiß, Bjarne Wolf hinten, v.l.n.r.: Jürgen Schwanitz, Niklas Braatz, Karsten Blume, Bernd Wollenberg, Dr. Frank Braatz, Marie Herrnhold, Kalle Dalheimer, Ronja Fell (Belgien)

Mit 13 Biathlon-Orientierern startete Deutschland dieses Jahr mit der höchsten Teilnehmerzahl seit der „Heim – WM“ in Storkow 2014.
Die 2017´ner Auflage einer WM im Biathlon-Orientierungslauf wurde vom schwedischen OL-Club Njurunda OK ausgerichtet, das Terrain lag nördlich von Sundsvall  in den Bergen und Felsen rund um das Biathlonstadion von Timra in Skönsviksberget. Die knapp 200 Teilnehmer erwarteten komplizierte und schwierige OL-Aufgaben, die auch noch durch zum Teil heftigen Regen zusätzliche Erschwernisse für die Aktiven und Funktionäre bot. Wie in den Satzungen der International Biathlon-Orienteering Federation  (IBOF) vorgesehen, Klassik (Lang), Sprint und Staffel ermittelt.

Leider schieden im Vorfeld der WM mit dem aktiven Biathlontrainer (Bundesstützpunkt Sachsen in Altenberg) und mehrfachen Seniorenweltmeister Dimitri Popov (SV Schorfheide / Berliner TSC) und dem ebenfalls mehrfachen Medaillengewinner Dirk Hartmann (SV Mietchaching) gleich zwei Leistungsträger und Medaillenhoffnungen für das deutsche Team krankheitsbedingt aus. Das hatte zur Folge, dass nun Teamchef Dr. Frank Braatz (IHW Alex 78) die alleinige aktive Betreuung oblag und er nur noch Unterstützung durch die beiden TSC-Funktionäre Tobias Schwartz (Schießen) und Bernd Wollenberg (OL) erhalten konnte. Erfreulicherweise konnte mit Kalle Dalheimer (ebenfalls TSC) noch ein weiterer Unterstützer für das Schießtraining gefunden werden.

Die am ersten Tag ausgetragene WM im Langwettbewerb …

fand leider unter starkem Regen statt. Die 3 km- Punkt-OL-Bahn, die alle Kategorien absolvieren mussten, führte zu über 80 % (!!!) durch felsiges Gebiet. Dieses charakterisierte sich erschwerend auch durch mehrere dichtbewachsene Nadelbestände und viele zwischen den Felsen liegende Unterholzpassagen und einige Sumpfpassagen. OL der Extraklasse also. „OL ist eben kein Sporthallenhalmaspiel“, kommentierte einer der internationalen Teilnehmer recht passend…

Die verpflichtende Waffenkontrolle vor jedem Wettkampftag

Nach dieser Punkt-OL-Bahn mit den 10 Kontrollstellen, von denen fünf eine Lokalisierung von zwischen 50 m bis 200 m entfernt markierten Punktobjekten erforderten und bei den restlichen fünf das Feststellen des aktuellen Standorts gefordert war, folgte das Kleinkaliberschießen liegend.

Entsprechend der internationalen Regeln bedeutet jeder Fehlschuss in der Klassikdistanz zwei Strafminuten… Nach dem Liegendschießen folgte, längenabhängig von der Startkategorie, der „Normal-OL“  – wieder durch den regennassen Wald. Nach dem zum schnellen Lauf „provozierenden“ Abschnitt folgte dann das Stehendschießen – wiederum 10 Schuss und wieder mit den 2 Strafminuten „Belohnung“ für jeden Fehler.

In den Elitewettbewerben dominierten diesen Lang-OL einmal mehr durchweg die schwedischen und finnischen Biathlon-Orientierer, welche zugleich auch fast durchweg die Nationalteams der „Militär-OL´er“ ihrer Nationen darstellen. So siegten in der Herren- Elite die Schweden Johan Eklöv vor Robbin Kantarp und Mikael Pihel…
Unsere drei deutschen Starter belegten Platz 25 Karsten Blume,  Platz 27 Sebastian Fleiß (als Neuaufsteiger aus der Juniorenkategorie H 20). Tobias Schwartz (Berliner TSC) als dritter deutscher Elitestarter, erlief sich Platz 29.
Im Damenwettbewerb trat Ronja Fell (Berliner TSC) für ihr Heimatland Belgien an und erreichte Platz 23. Hier siegte die Schwedin Karin Stenback vor ihrer Landsgenossin Frida Wallström und der Dänin Nina Najbjerg.

Hervorragende, aber leider nur 4. Plätze, errangen Marie Herrnhold (Damen 20), Tim Dahlheimer (Herren 20) und Dr. Frank Braatz (Herren 55).
Im Rahmenwettbewerb der Jugend bis 16 Jahre (H 16) erlief sich Niklas Braatz (SV Woltersdorf) Platz 2, vierter wurde hier Bjarne Wolf (OLV Potsdam).

Die einzige deutsche Medaille errang in der Seniorinnenkategorie der Damen über 55 die mehrfache Seniorenweltmeisterin Monika Braatz (IHW Alex 78 Berlin), nach der dänischen Militärsportlerin Mona Rasmussen und der Finnin Ulla Soininen. Herzlichen Glückwunsch dazu!!

 

 

 

Text: Bernd Wollenberg, editiert von Marie Herrnhold
Fotos: Jürgen Schwanitz, Hans Mandahl, Bernd Wollenberg

 

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