Aug 192017
 

Das Anschießen – eine sehr nasse Angelegenheit

Am Tag 2 der diesjährigen Weltmeisterschaften der Biathlon-Orientierungsläufer wurde wiederum das nun bereits bekannte Biathlonstadion von Timra – Skönsviksberget zum Austragungsort, heute in der „Sprintdisziplin“.
Diese besteht, entsprechend der Wettkampfbestimmungen der Internationalen Biathlon-OL-Föderation (IBOF), aus zwei Durchläufen einer Schießeinlage „Liegend“ und am Ende mit „Stehend“.
In dieser Spezialdisziplin gibt es dann für jeden Fehlschuss eine Strafrunde von ca. 300 m zu absolvieren.

Wie würde sich der Juniorenweltmeister von 2016, Sebastian Fleiß (Berliner TSC), auf seiner „Paradestrecke“ in der Herren-Elite schlagen, sind doch in ihr durchweg die Nationalkader der Militärauswahlläufer Schwedens, Dänemarks und Finnlands vertreten?
Und können Karsten Blume und Tobias Schwartz sowie Ronja Fell ihre im Training gezeigten guten Schießergebnisse wiederholen? Spannend war auch die Frage, wie speziell unsere Junioren Marie Herrnhold und Tim Dalheimer (alle Berliner TSC) auf dieser schnellen Disziplin abschneiden werden…

Wechseln der Papierziele beim Anschießen

Wieder – eigentlich noch heftiger – regnete es fast die gesamte Wettkampfzeit hindurch. Begleitet wurde dies durch aufkommenden Nebel am Schießplatz. Beim Einschießen vor dem Wettkampf konnte man teilweise kaum die Ziele sehen…
Den wiederum vielzähligen steinigen Felspassagen verlieh die durchgehende Nässe noch zusätzliche „Schlüpfrigkeit“, sodass dann auch den Sprecher allen Teilnehmern empfahl, sich durch die Felspassagen doch etwas vorsichtiger zu bewegen…
Eigentlich herrschen ja sonst in diesen ostschwedischen Regionen speziell im August lange Trockenperioden vor – aber eben nur „eigentlich“…

Die Bahnen führten durch das vom gestrigen Lang-OL schon bekannte Gelände, so dass sich jeder innerlich auch auf die vielen schwierigen Passagen eingestellt hatte.
Auf den wenigen „Umgehungswegen“ war dementsprechend „reger Laufverkehr“ zu verzeichnen. Sicher auch dadurch bedingt, waren teilweise die wenigen kleinen, vielfach undeutlichen kartierten Pfade um etliches an Anzahl angewachsen.
Selbst manch versierte Orientierer war verdutzt angesichts der unerwarteten Vielzahl dieser eigentlich sicheren Orientierungsmerkmale. Als Ergebnis fand man sich plötzlich dementsprechend mitunter ganz woanders wieder, als geplant. Leider traf das u.a. auch unsere beiden Juniorenstarter, die trotz guter Schießleistungen sich dadurch mit Platz fünf (Marie) und Platz 11 (Tim) zufrieden geben mussten.

In den Elitewettbewerben dominierten auch diesen Sprint-OL einmal mehr durchweg die schwedischen und finnischen Biathlon-Orientierer.
Gegenüber dem Lang-OL hatten sich jedoc diesmal die brillant schießenden Finnen mit Antti Iivari und Mikko Hölsö an die Spritze vor dem wohl besten Orientierer des Feldes, dem Schweden Karl Walheim (Platz 129 der IOF-WRE mit 4133 Punkten) an die Spritze gesetzt.
Der beste „Festlandeuropäer“ war auf Platz 17 der Däne Jonas Falck Weber, der zweitbeste dann auf Platz 24 unser Sebastian Fleiß, den nur eine Strafrunde zu viel von einer TOP 20 Platzierung trennte (1:30 min).
Die Plätze 27 und 28 erliefen sich dann  Karsten Blume und Tobias Schwartz. Im Damenwettbewerb erlief sich Ronja Fell (alle Berliner TSC) für Belgien Platz 27. Hier siegte die Finnin Nella Keskinen vor Lisa Andersson (SWE) und Caroline Sandolin (FIN), beide Finninnen sind auch hin und wieder beim Winterbiathlon anzutreffen.

Bankett und Siegerehrung

Die einzige heutige deutsche Medaille errang der mehrfache Seniorenweltmeister Dr. Frank Braatz (IHW Alex 78 Berlin) in der Seniorenkategorie der Herren. Er musste in dem erstaunlich großen Starterfeld  den beiden Miltärsportlern Per Magnussen (Schweden) und Wilhelm von Frenckell (Finnland) seinen Tribut zollen.

Weitere gute deutsche Platzierungen:

Seniorinnen AK 55 (D 55): Platz 4 Monika Braatz (IHW Alex 78 Berlin)
Senioren AK 45 (H 45): Platz 5 Matthias Dalheimer (Berliner TSC)
Senioren AK 60 (H 60): Platz 7 Jürgen Schwanitz (TSV Deggendorf)

Im Rahmenwettbewerb der Jugend bis 16 Jahre (H 16) erlief sich Niklas Braatz (SV Woltersdorf)  einen guten ersten Platz, gefolgt von Bjarne Wolf (OLV Potsdam).

 

Text: Bernd Wollenberg, editiert von Marie Herrnhold
Fotos: Jürgen Schwanitz, Hans Mandahl, Bernd Wollenberg

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